Walk and fly

Eine Sportart stellt für mich das letzte Puzzleteil beim Bergsteigen dar. Allerdings im Gegensatz zu den meisten anderen Gleitschirmpiloten möchte ich nicht mit Seilbahnen auf irgendwelchen überfüllten Startplätzen antanzen, sondern wie gehabt Berge besteigen und nach Möglichkeit hinab fliegen. Natürlich lassen sich auch ausgezeichnet die bekannten und zugelassenen Flugebiete nützen wenn die Bahnen in Revision sind oder abends als ruhige "Sunsetflights" wenn ebenfalls der Betrieb ruht. Eine Besonderheit stellen Biwakflüge da, was heißt Abends wird aufgestiegen und am frühen morgen in den Sonnenaufgang gestartet. Hierzu einfach das Biwakflug-Bild anklicken! 

Meine  Philosophie:

Ich veranstalte meine privaten walk & fly Aktionen um jungen und alten Fliegern, geübten und auch weniger erfahrenen  Piloten das fliegen, das oft chaotische Wetter in den Alpen, die verschiedenen Windsysteme und generell die Natur abseits der Bahnen näher zu bringen und um aus dem "Couchsport" mit den "mechanischen Aufstiegshilfen" einen aktiven Sport auch für Herz und Kreislauf zu machen. Der Aufbau von Muskeln, in Verbindung mit Trittsicherheit schadet keinem, sowohl nicht beim Start, wie auch bei der Landung. So manchen Unfall hätte der eine oder andere sich mit einem etwas besseren Trainingsstand sparen können. Die Fahrt von einem gemeinsamen Treffpunkt aus, der in einer Email immer zwei Tage zuvor bekanntgegeben wird, bringt uns allen Vorteile. Zum einem die Sicherheit einer größeren Gruppe, in der man sich am Berg absprechen kann und zum anderen natürlich die Spritkosten, die wir uns teilen. Ich versuche das Risiko mit ausgewählten Flugzielen, unter Berücksichtigung des Geländes und der Wetterbedingungen maximal zu minimieren, aber alles lässt sich halt nicht im voraus planen. Die Ausbeute an Flügen aber spricht eindeutig für mich. Jeder der bei meinen walk and fly Touren mitgeht handelt eigenverantwortlich und startet nur wenn er sich den Bedingungen gewachsen, gesund, wie auch sicher fühlt! 

Wer sich in  den Email - walk and fly Verteiler eintragen will, einfach unter Kontakt eine Mail mit dem Kennwort walk and fly Verteiler an mich schicken.

Ebenso hier weitere, spannende Videos zu den Flugmöglichkeiten im fantastischen Castelluccio in Umbrien oder in der lieblichen Mittelgebirgslandschaft der Rhön! Ebenso die 3000er Tour zum Wilden Pfaff in den Stubaiern, wie auch eine Bergungsaktion am Hörnle, gefolgt von einem Erstflug/Jungfernflug am Plattjochkreuz in den Tannheimern!! Dann der wohl spektakulärste Startplatz im Wetterstein, am Schneefernerkopf und weitere, lustige, wie auch spannende Flugvideos!

Hier der grandiose 3739m Fly Hard Hammer an der Weisskogel in den Öztalern. Dazu gibt es sogar einen Trailer!

Dann gleich eine Fortsetzung am Grossvenediger 3674m und auch dazu ein Trailer! 

Dann der dritte Teil der sich am höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen, dem 3509m hohen Hochfeiler abspielt. Auch hier natürlich der passende Trailer zum Film! 

Auch im vierten Teil rührt sich wieder was, in dem Fall am Hinteren Spiegelkogel 3426m in den Ötztalern und natürlich auch zu diesem ein Trailer! Die im Intro enthaltene "walk and fly Pokerszene" genießt mittlerweile schon Kultstatus!

Der fünfte Teil, als wohl der härteste des Jahres 2014 an der Säntis 2502m im Alpstein, natürlich auch mit Trailer. Das Mafia Intro dieses Filmes ist mittlerweile schon legendär! 

Dann der sechste Teil der alles in den Schatten stellt. 3 Hammergewaltige walk and fly Berge, Gauschla 2310m, Mont Blanc du Tacul 4248m und der Galenstock 3581m. Dazu noch passend die spektakulärtse Landung des Jahres von Fudy, der in einem Golfplatzsandbunker einschlägt. Zur Einstimmung natürlich auch der passende Trailer zum Fly Hard VI!  

Der siebte Teil geht dann mal an die Grenze des machbaren, den ein kaum mehr vorhandener, mit Steinen übersäter  Gletscher in einem Südostkar fungiert als Startmöglichkeit auf dem 3235m hohen Seeblaskogel. Natürlich gibt es auch zu diesem Blockbuster einen  FLY HARD VII Trailer! 

Leichtbauweise beim „ECHTEN“ walk and fly, wo sind die vertretbaren Mittelwege?

Von Norbert Hofmann

Es ist wirklich an der Zeit einmal Unklarheiten zum Thema Leichtbauweise bei Gleitschirmen etwas entgegen zu setzen, denn zurzeit läuft die Entwicklung ähnlich wie bei HH oder North Face Jacken in den 90ern ab. Hier wird mittlerweile auch Markenspezifisch eingekauft ohne zu hinter Fragen ob es für den eigenen Bestimmungszweck die Richtigen Voraussetzungen erfüllt. Hinzu kommt eine teilweise fast schon aggressive Verkaufsstrategie, wo Schirme zu Dumpingpreisen in den Markt an sogenannte „Teampiloten“ geworfen werden, um die dann im Druck „einer ich muss das anpreisen“ Kampagne zu erdrücken. Hätte ich ein Bergsportfachgeschäft (was ich in den 90ern tatsächlich hatte) würde ich keinen Kunden, der eine Ausrüstung für die Münchner Hausberge sucht, mit Eisgeräten und Pickel versehen, nur damit ich Umsatz mache, denn der Kunde würde wohl zukünftig nicht wieder kommen und so sollte sich jeder Händler verhalten, indem er versucht die Kundenspezifische Anforderung heraus zu finden und dann das dazu notwenige anzubieten.

Nun steht der „echte“  walk and flyer an seinem Startplatz auf einem vergletscherten 3000er, hat vielleicht eine mehr als zehnstündige Tour hinter sich, das zusätzliche Material aus Seil, Steigeisen, Pickel und so weiter drückt schwer auf seine Schultern. Mit weniger Worten er ist geschafft und wünscht sich nichts Seeliger als einen gemütlichen Flug in’s Tal. Ja oft ist das so, nach großen Touren steht meist nicht mehr die zur Zeit gängige Sucht nach Schneller, Höher, Weiter und vor allem Länger im Vordergrund, sondern schlichtweg das Fliegen an sich und ganz banal gesagt sich den endlosen „Abstiegshatscher“ zu ersparen. Was spricht dann hier gegen einen Schirm der dabei den Piloten unterstützt, ja fast schon die geringere Konzentration, somit die schwächere Leistungsfähigkeit auf Grund von Erschöpfung auszugleichen? Eigentlich doch wohl nichts, den einen großflächigen Klapper, denn man im vollen Zustand seiner geistigen Fähigkeiten schon im Ansatz tilgen könnte, braucht hier vielleicht einfach etwas länger bis der Eingriff des Piloten erfolgt.  Beim Autofahren ist es ja nicht anders und wer kennt nicht das Gefühl wenn eine lange Anreise mit der zunehmenden Müdigkeit langsam aber sicher riskant wird. Da wäre doch ein Level A oder A- Low Level B völlig ausreichend, zumal die heutige Schirmgeneration von der Leistung her einem Hochleister vor fünf Jahren entspricht. Hinzu kommen die oft etwas heikleren Bedingungen an höheren Bergen, denn ich will ja nicht einen fast täglich möglichen Jochberg zum Beispiel mit der Weisskugel in den Ötztalern vergleichen, denn wenn da haarigere Bedingungen sind ist es die Frage ob ich da mit einem C Schirm oder gar höher noch hinaus will. Hier spricht vieles für ein Downgrade, wobei sich aber manche wohl scheuen das einzugestehen, denn an den meisten überfüllten Startplätzen ist ja „Posen“ angesagt wie bei den aufgetunten GTI’s vor einem Mc Donalds.

Sicherlich ist der Trend, generell beim Bergsteigen, alles leichter zu bauen eigentlich richtig, denn so ist doch der Aufstieg wesentlich erleichtert und das im wahrsten Sinne des Wortes, aber sehen wir es doch mal ganz genau, wenn zum Beispiel ein Tourenski nur noch an die 600gr. wiegt, das Fell nur noch die Hälfte des Skibelags einnimmt, nur alles wegen dem Gewicht. Das Ganze mag für den Rennläufer auf der Piste passend sein, aber der klassische Alpinist auf Skitour wird im Gelände keine Freude damit haben. Das Fell wird an kritischen Stellen kaum den nötigen Halt vermitteln, ebenso wird der Skifahrerische Genuss, bei wechselnden Schneearten mit dem Ultraleichtski schwer zu fahren sein und einmal zu viel Druck auf die Latte gebracht kann diese sogar brechen. Die Abnützung geht somit wesentlich schneller vor sich und bald muss ein neuer Ski gekauft werden.  Vielleicht lässt es sich noch banaler mit einem Reifen erklären. Sollte ein Reifenhersteller seine Gummis dünner und leichter machen? Was wäre dann bei der Abnützung? Klar, weniger Material, kürzere Haltbarkeit, das sollte eigentlich jedem klar sein. Ein Bremsbelag der die Hälfte schmäler ist kann natürlich logischerweise nicht so lange herhalten wie ein normaler.

Lassen sich diese Erkenntnisse auf den Gleitschirmbau umsetzen? Logisch, denn auch hier haben wir dieselben Probleme mit den Leichtgeräten.  Hier darf man natürlich nicht hergehen und die Flugeigenschaften kritisieren, denn mittlerweile sind hier alle Hersteller auf einem enorm hohen Niveau. Ein Leichtschirm steigt schnell, ist wendig und lässt sich gut handeln. Soweit so gut, aber nun beginnen die Nachteile. Der Pilot, wo nur in perfekt gepflegten Wiesenstartplätzen unterwegs ist, wird hier kein Problem haben. Allenfalls werden viele nach den ersten Checks feststellen dass die Werte etwas schneller nachlassen als bei einem robusteren Gerät. Der echte Bergsteiger allerdings wird sich bald in der Leichtbaufalle befinden, auch wenn es der eine oder andere nicht wahr haben will. Es ist halt ein gravierender Unterschied zwischen Bergwandern und Bergsteigen! Wer seinen Ultraleichtschirm einmal ohne Wind in einem Geröllfeld starten will dem wünsche ich viel Spaß, ebenso wird es ihm in Dornengestrüpp, wie zum Beispiel Disteln, nicht besser ergehen. Was erwartet der Pilot auch wenn er einmal mit dem Fingernagel stark in das Material drückt und den Schirm einem Riss zufügen kann. Wie soll das Material dann denn scharfkantigen Gegenständen widerstehen? Ebenfalls vergleichsweise verhält es sich bei den Leinen, denn die oft unumantelten Leinen sind natürlich empfindlicher und deshalb leichter zu reißen. Hinzu kommt ohne Mantel keine Farbe, was das Sortieren erheblich erschwert, wobei die Krönung dann bei Schneelage eintritt, denn weiß auf weiß brauche ich nicht mehr näher zu erläutern. Auch den noch so routinierten Starter wird ab und zu mal ein Startabbruch unterlaufen und da kann es je nach Gelände schon mal etwas ruppiger für das Material abgehen.

Aus meiner Erfahrung heraus und die meisten kennen wohl meine einschlägige Internetseite www.megaextremesport.de und die zahlreichen walk and fly Touren bis auf über 4000m empor,  kann ich definitiv behaupten eine solche Vielzahl an verschiedenen Startplätzen kennen gelernt zu haben wie nur sehr wenige. Für die Bedürfnisse eines reinen Bergsteigers, der einfach nur Fliegen will, bietet sich ein robuster, dennoch leichter Schirm eher an als die extremen Leichtbauweisen. Ich würde bei meiner Frequenz der Touren (ich gehe nach Möglichkeit nahezu täglich) fast jährlich einen neuen Schirm brauchen und das kann ich mir beim Besten Willen nicht leisten.  Nun hält der Markt auch in diesem Bereich eine Menge guter Geräte bereit und ein jeder kann hier nach Lust und Laune fündig werden. Bei mir wurde es dann halt der neue Anakis 3 von Sky, denn er erfüllt exakt die Wünsche die ich oben angeführt habe.  Der Schirm ist schon mal leicht und robust, was daran liegt dass hier ein 40gr Tuch und nicht wie bei den Leichtschirmen ein 27gr Tuch verwendet wird, dass dann der Schirm je nach Größe nur bei  +/- 4,5 Kg liegt ist eines der großen Konstruktionsgeheimnisse von Sky. Dann haben wir ganz normal ummantelte Leinen, die immer gut sortierbar sind, egal ob auf Schnee oder Gras. Zuletzt noch die Kategorie und da wurde aus dem ehemaligen Low Level B ein reiner  A bei höherer Leistung, ja auch das ist möglich und ganz ehrlich ich schäme mich nicht im geringsten einen A Schirm zu fliegen, im Gegenteil ich bin heilfroh bei manch ruppigen Bedingungen diesen extrem sicheren Flügel über mir zu haben. Ein gutes Beispiel war zuletzt ein Flug mit meiner Frau Diana in der Schweiz, die mit Ihrem High Level B Schirm ordentlich arbeiten musste und ich daneben, in einer Hand die Bremsleinen, in der anderen die Digicam und seelenruhig fotografieren konnte. Versteht es nicht falsch, es geht hier nicht um mangelnde Schirmbeherrschung, sondern einfach nur um den Genuss am reinen in der Luft sein etwas zu erleichtern. Da wären wir wieder beim Thema Bedürfnisse wo ich jeden Streckenflieger verstehe wenn er alles aus seinem Gerät herausholen will, wenn sich aber einer mit dem bergsteigerischen Aspekt einmal richtig auseinander setzt und aus der alpinen Szene zum Fliegen kommt, weiß man das hier die Anforderungen gänzlich unterschiedlich sind und darauf muss eingegangen werden, sonst wäre die Beratung keinesfalls mehr als seriös zu bezeichnen. Sicherlich gibt es etliche gute Berater/Verkäufer, aber einen möchte ich besonders hervorheben, da wir auch privat Freunde sind und ich weiß das ein jeder sich auf sein Wort definitiv verlassen kann. Es ist unser Martin Schwarz in seinem www.flightclub.org der sich über Jahre hinweg das Vertrauen seiner Kunden aufgebaut hat. Er ist eigentlich eine Enzyklopädie der Gleitschirmmaterialien und ein ungemein verlässlicher Partner wenn es um Gleitschirme und Zubehör geht. Er will wenn möglich dem Kunden genau das Anbieten was er braucht und nicht nach Umsatz und Lagerbestand verkaufen, was nicht selten in der Szene der Fall ist. Eigentlich ist so ziemlich alles was Martin auf seiner Internetseite hat bei Ihm im Laden in Penzberg und kann sofort angefasst, getestet und gekauft werden. Dazu zählen mehrere Marken, also nicht nur Sky, sondern auch Nova, Supair und so weiter. Schirme können ebenso getestet werden wie auch Gurtzeuge und so findet eigentlich ein jeder immer genau dass was er letzten Endes braucht.

Eines möchte ich noch ganz deutlich hinzufügen. Alle Berichte, Tests und Wertungen schreibe ich nach meinem eigenen Gefühl. Ich habe die Teile alle selbst im Einsatz und werde in keinerlei Weise von Firmen „Bauchgepinselt“ bzw. massiv gesponsert. Mir geht es nicht darum nur günstig einzukaufen sondern ich brauche das richtige, passende Material um meine Ziele zu erreichen. Auch bei meinen zahlreichen Expeditionen in die Berge der Welt hielt ich mich an diese Regel. Ich werde hier auch in keiner Weise Marken schlecht reden, denn die Konstrukteure sind heute alle fit und wissen wirklich was sie tun. Ich möchte einfach nur im Bereich des bergsteigenden Gleitschirmflieger Tipps geben wo es wirklich haltbare, robuste und auch enorm sichere Geräte mit einer genialen Leistung gibt und da ist Sky einfach absolut in der Spitzenliga mit dabei.

Norbert Hofmann

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Norbert Hofmann